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VDL Groep: leichter Umsatzrückgang, stabiles Betriebsergebnis

VDL Groep: leichter Umsatzrückgang, stabiles Betriebsergebnis

19 Februar 2020
2019 verzeichnete die VDL Groep gegenüber 2018 einen leichten Umsatzrückgang. Diese Abnahme, die vor allem auf ein niedrigeres Produktionsvolumen bei VDL Nedcar zurückzuführen ist, war jedoch niedriger als vor einem Jahr prognostiziert. Die Strategie der Risikostreuung durch Diversifizierung erwies sich erneut als erfolgreich. Trotz des Umsatzrückgangs und eines erheblichen Anstiegs der Lohnkosten konnte die VDL Groep ihr Betriebsergebnis stabil halten.


Der kombinierte Umsatz des industriellen Familienbetriebs mit Hauptsitz im niederländischen Eindhoven belief sich auf 5,780 Milliarden Euro gegenüber 5,973 Milliarden Euro im Jahr 2018. Dies entspricht einem Rückgang von 3,2 Prozent. Das Bruttobetriebsergebnis blieb mit 203 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (202 Millionen Euro) nahezu konstant. Das Nettoergebnis ging um 12 Prozent – von 178 Millionen Euro 2018 auf 156 Millionen Euro 2019 – zurück, was die Folge einiger im Jahr 2018 erfasster Einzelerträge ist. Die Auftragsbücher der VDL Groep (ohne VDL Nedcar) waren das ganze Jahr über gut gefüllt, wobei in Woche 5 ein Spitzenergebnis von 1,269 Milliarden Euro erzielt wurde – ein historischer Rekord und ein Anstieg von 60 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter ging im vergangenen Jahr um 919 auf 15.935 Beschäftigte Ende 2019 zurück.

2019 stellte die VDL Groep ihre Widerstandskraft unter Beweis. VDL wurde nach einem zögerlichen Jahresbeginn in der Halbleiterindustrie mit einem Umsatzrückgang im Kraftfahrzeugbau und der Lkw- und Anhängerindustrie konfrontiert, vor allem infolge des Handelskonflikts zwischen den USA und China.

„Insgesamt betrachtet sind wir mit dem Verlauf des Jahres 2019 zufrieden“, erläutert der Vorstandsvorsitzende, Willem van der Leegte. „Dank unserer enormen Vielseitigkeit konnten vom Umsatzverlust von gut 550 Millionen in der Fahrzeugmontage etwa 400 Millionen Euro durch unsere anderen Sparten ausgeglichen werden. Positiv ist außerdem, dass sich das Betriebsergebnis vom Umsatz leicht verbessert hat und dass wir im Laufe des Berichtjahres unsere finanzielle Position erneut gestärkt haben. Wir müssen allerdings wachsam bleiben, damit wir auch künftigen Schwankungen gut standhalten können.“

Zulieferungen

Der Umsatz des Arbeitsbereich Zulieferungen stieg von 1,343 Milliarden Euro 2018 auf 1,377 Milliarden Euro 2019 an, was einem Zuwachs von 3 Prozent entspricht. Der Arbeitsbereich Zulieferungen erzielte ein positives Ergebnis. Der Auftragsbestand hat sich innerhalb von zwölf Monaten von 442 Millionen Euro auf 482 Millionen Euro in Woche 7 des Jahres 2020 erhöht. Dass unsere Kunden, die im Hightech-Sektor aktiv sind, über ein eindrucksvolles Auftragsportfolio verfügen, ist sehr beruhigend.

Autofahrzeuge

Der Umsatz des Arbeitsbereich Autofahrzeuge ging wie erwartet zurück; er sank von 3,653 Milliarden Euro 2018 auf 3,091 Milliarden Euro 2019, was einem Rückgang von 15 Prozent entspricht. Das Jahr wurde mit positivem Ergebnis abgeschlossen. 2019 war für VDL Nedcar ein zweischneidiges Jahr. Infolge verschiedener Ungewissheiten geht die Nachfrage nach Autos seit dem Herbst 2018 zurück. Als unabhängiger Kfz-Hersteller wird VDL Nedcar immer von den Marktentwicklungen beeinflusst. Dadurch mussten wir in den vergangenen Monaten 700 Arbeitsplätze in unserem flexiblen Pool abbauen. In Born liefen im vergangenen Jahr 174.097 Autos vom Band. Zum Vergleich: 2018 wurden bei VDL Nedcar 211.660 Fahrzeuge hergestellt. Obwohl die Kraftfahrzeugindustrie infolge neuer Emissionsnormen, internationaler Handelskonflikte und bahnbrechender Technologien turbulente Zeiten durchmachte und noch immer erlebt, ist es uns gelungen, einen neuen Vertrag mit der BMW Group abzuschließen. Dank dieses neuen Vertrags, mit dem der Bau eines Nachfolgemodells vereinbart wurde, können wir auf jeden Fall bis weit in die 2020er-Jahre in Born für BMW Fahrzeuge bauen. Dadurch ist die Kontinuität von VDL Nedcar für viele Jahre sichergestellt. 

Busse

Der Arbeitsbereich Busse verzeichnete einen Umsatzanstieg von 48 Prozent: von 446 Millionen auf 658 Millionen Euro. Im letzten Jahr konnte VDL Bus & Coach seine Position im E-Mobilität weiter verstärken. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nimmt zu. Das beweist, dass der Arbeitsbereich Busse den richtigen Weg eingeschlagen hat. VDL Bus & Coach verbessert sich kontinuierlich, indem das Portfolio um neue Techniken zur Optimierung des Energieverbrauchs erweitert wird – beispielsweise Einsatz von Akkus der nächsten Generation –, wodurch sich der Aktionsradius der Fahrzeuge vergrößert. Infolge umfangreicher Investitionen hat VDL Bus & Coach das Jahr 2019 mit einem leichten Verlust abgeschlossen.

Aktuellen Untersuchungen zufolge wurden in den vergangenen acht Jahren gut 3000 elektrisch betriebene Busse zugelassen. Mit 670 Elektrobussen, die zwischen 2015 und 2019 in zehn Länder geliefert wurden, hat VDL Bus & Coach einen Marktanteil von 22 Prozent, was das Unternehmen zum europäischen Marktführer macht. Die elektrischen Citea-Busse legen täglich über 130.000 Kilometer zurück. Mit den insgesamt 50 Millionen Fahrtkilometern der Elektrobusse konnten 7 Millionen Kilogramm CO2-Emissionen eingespart werden. Neue Elektrobusse wurden in den Niederlanden, Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland, Deutschland, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Italien bestellt oder bereits ausgeliefert. Da 415 Elektrobusse für Konzessionen in den Niederlanden bei chinesischen Konkurrenzherstellern in Auftrag gegeben wurden, sieht der Arbeitsbereich Busse einem schwierigen Jahr 2020 entgegen. Der Auftragsbestand ging von 530 Millionen Euro in Woche 7 des Jahres 2019 auf 430 Millionen Euro ein Jahr später zurück.

Fertigprodukte

Der Arbeitsbereich Fertigprodukte verzeichnete 2019 einen Umsatzanstieg um 23 Prozent: von 531 Millionen auf 654 Millionen Euro. Dieser Anstieg erklärt sich durch den Zeitpunkt, in dem unsere Projektorganisationen in diesem Arbeitsbereich ihre Projekte abschließen. Der Arbeitsbereich Fertigprodukte erzielte ein positives Ergebnis. Der Auftragsbestand ging in den letzten zwölf Monaten von 345 Millionen Euro auf 318 Millionen Euro in Woche 7 des Jahres 2020 zurück.

Erwartungen für 2020

Der Auftragsbestand der VDL Groep (ohne VDL Nedcar) bleibt auf hohem Niveau; seit Ende des Jahres 2019 stieg er von 1,151 Milliarden Euro auf 1,230 Milliarden Euro in Woche 7 des Jahres 2020 an. Dennoch wird der Jahresumsatz 2020 voraussichtlich niedriger ausfallen als 2019. Die Turbulenzen im Pkw-Markt werden noch anhalten, wodurch der Arbeitsbereich Fahrzeugmontage mit weiteren Umsatzeinbußen rechnen muss. Im Arbeitsbereich Busse wird ebenfalls ein Umsatzrückgang erwartet. Infolge neuer Tarifverträge und Gesetze werden die Lohnkosten 2020 weiter ansteigen. Dies gibt Anlass zur Besorgnis über die Wettbewerbsposition der hochwertigen niederländischen Produktionsindustrie auf mittlere Sicht. Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich auf das Ergebnis 2020 auswirken. Dennoch plant die VDL Groep für 2020 ein Investitionsprogramm im Umfang von rund 160 Millionen Euro.

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